REALTALK 1864
Besuch uns in der Judengasse!
REALTALK 1864 führt in die Frankfurter Judengasse des Jahres 1864 – in eine Zeit, in der Juden in Frankfurt nach jahrzehntelangem Kampf rechtlich gleichgestellt wurden, alte Grenzen aber nicht einfach verschwanden. In einer digitalen Rekonstruktion begegnen Nutzer*innen fünf KI-gestützten Charakteren und sprechen mit ihnen über Arbeit, Familie, Bürgerrecht, Selbstbestimmung und Zugehörigkeit.
Das Projekt
REALTALK 1864 ist eine immersive Webanwendung des Jüdischen Museums Frankfurt. Grundlage ist eine digitale Rekonstruktion der Frankfurter Judengasse. Wer die Anwendung öffnet, steht mitten in der historischen Gasse – und kann die Menschen dort ansprechen.
Die fünf Charaktere sind fiktiv, beruhen aber auf historischen Quellen, überlieferten Biografien und langjähriger Forschung zur Judengasse.
Die Anwendung läuft im Browser, auf Smartphone, Tablet oder Computer, ohne Download. Die Gespräche funktionieren per Sprache oder über die Tastatur.
Die Rolle von Smart Lynx
Smart Lynx war für die Gesamtprojektleitung verantwortlich. Wir haben das Projekt von der Idee über den Förderantrag bis zum öffentlichen Launch begleitet und die Schnittstellen zwischen Museum, Gestaltung, technischer Entwicklung, historischer Forschung, Vermittlung und Förderung koordiniert.
Was die Arbeit ausgemacht hat
Ein Projekt wie REALTALK 1864 besteht aus Teilen, die einander nicht selbstverständlich verstehen: historische Forschung, narrative Gestaltung, Entwicklung, die Vermittlungsarbeit eines Museums… Jeder dieser Teile bringt eine eigene Sprache mit, eigene Qualitätsmaßstäbe und eine eigene Vorstellung davon, wann etwas fertig ist.
Das Erlebnis, das am Ende sichtbar ist, hängt an einer Abstimmung, die unsichtbar bleibt. Wo Forschung, Gestaltung, Technik und Produktion nicht zusammenfinden, spüren Besucher*innen die Lücken – auch wenn sie sie nicht benennen können.
Verantwortung und Grenzen
Die Gespräche in REALTALK 1864 werden durch ein KI-Sprachmodell ermöglicht, das auf ein kuratiertes Wissenssystem zurückgreift. Nutzer*innen können eigene Fragen stellen; die Antworten bleiben innerhalb eines fachlich vorbereiteten Rahmens. Inhalte, Tonalität und Grenzen der Figuren wurden entwickelt, geprüft und getestet, bevor die Anwendung online ging.
Die Figuren sind fiktiv. Ihre Antworten können variieren und ersetzen keine wissenschaftliche Fachauskunft. Es kann aller Sorgfalt bei der Entwicklung zum Trotz zu ungenauen oder unerwarteten Antworten kommen.
Das Projekt im Gespräch
Am Rande der MAI-Tagung, auf der REALTALK 1864 vorgestellt wurde, entstand ein ausführliches Interview über das Projekt und seine Entstehung – mit Michael Lenarz vom Jüdischen Museum Frankfurt, Eno Henze von NSYNK und Tanja Neumann von Smart Lynx.
Mitwirkende
Ein Projekt des Jüdischen Museums Frankfurt (JMF) in Zusammenarbeit mit NSYNK und Smart Lynx
IDEE
Sven Eigler, Prof. Mirjam Wenzel (JMF), Tanja Neumann (Smart Lynx)
KONZEPT
Vera Bronn, Sven Eigler, Dr. Liane Giemsch, Katja Janitschek, Michael Lenarz, Prof. Mirjam Wenzel (JMF)
Eno Henze, Philipp Thoma, Mohammad Ali Khadem (NSYNK)
Tanja Neumann, Stefanie Eisenschenk (Smart Lynx)
PROJEKTLEITUNG
Tanja Neumann (Smart Lynx)
PROJEKTMANAGEMENT
Dr. Liane Giemsch, Marion Rossi (JMF)
Nikita Feldmann, Sarah Lewke (NSYNK)
KÜNSTLERISCHE LEITUNG
Eno Henze (NSYNK)
KREATIVDIREKTION
Philipp Thoma (NSYNK)
IMMERSIVES ENVIRONMENT
Wissenschaftliche architektonische Rekonstruktion:
Dr.-Ing. Marc Grellert, Egon Heller (Architectura Virtualis)
Wissenschaftliche Beratung:
Michael Lenarz, Katja Janitschek (JMF)
Development (Unreal, AI Stack, Web):
Dmitrii Antropov, Julius Hilbig, Alex Niggemeyer, Vinzenz Reinhardt (NSYNK)
FIGURENENTWICKLUNG
Historische Recherchen:
Michael Lenarz (JMF)
Redaktion und Konzept:
Alex Leask, Valerie Vogt, Katrin Hahnemann (NSYNK)
Kreative Produktion (Environment und Figuren):
Mohammad Ali Khadem, Katrin Peters (NSYNK)
Kreation & UI/UX (Environment und Figuren):
René Kuhn, Denys Kuznietsov, Georgii Rebrov, Juan Francisco, Lorenz Kühn, Florian Wagner, Lara Meyer, Marika Schepers, Claudio Burtschenko, Miroslav Hlava (NSYNK)
Entwicklung der Charaktere:
Stefanie Eisenschenk (Smart Lynx)
Historisches Korrektorat:
Vera Bronn, Katja Janitschek, Michael Lenarz (JMF)
Training der Agents:
Alex Leask, Katrin Hahnemann (NSYNK), Stefanie Eisenschenk (Smart Lynx)
BILDUNG UND VERMITTLUNG
Vera Bronn (JMF)
KOMMUNIKATION & IT
Rivka Kibel, Sabine Müller, Kai Schmidt (JMF)
DANK
Wir bedanken uns für die großzügige Förderung durch das Land Hessen – Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation im Programm “Starke Heimat Hessen”